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Ansprechpartner: Herr Müller-Hillebrandt

Herr Müller-Hillebrand, wie läuft so eine Beratung im Lernbüro in etwa ab?

Das lässt sich so pauschal kaum sagen. Im Detail ist nämlich jede Beratung genauso individuell wie die Ratsuchenden und Ratgeber selbst: Bei uns gibt es keine vorgeschriebenen Wege, keine voreingenommenen Bewertungen und erst recht keine vorgefertigten Ergebnisse. Insofern kann die eine Beratung ganz anders als die nächste ablaufen. Generell aber folgen alle Lernbüro-Beratungen durchaus festen Grundsätzen. So sind die Gespräche stets neutral, ergebnisoffen und natürlich vertraulich. Nicht eine Silbe, die auf dem roten Sofa besprochen wird, gelangt ohne Absprache an Dritte. Und nicht Mathematik, Englisch oder Deutsch und auch nicht die Zensuren stehen bei uns im Mittelpunkt, sondern die Ratsuchenden selbst. Wir sind überzeugt davon, dass jeder, der zu uns freiwillig kommt oder geschickt wird, über ganz eigene Stärken und Besonderheiten verfügt, die sich positiv nutzen lassen. Bei uns geht es nicht in erster Linie um Schwächen, sondern um Stärken – schon allein das ist für viele eine angenehme Erfahrung, werden im Schulalltag sonst doch leider viel zu oft die Fehler und Unzulänglichkeiten in den Mittelpunkt gerückt. Das Lernbüro-Team möchte anders vorgehen und zunächst Stärken, Wünsche und Ziele fixieren, um den ratsuchenden Schülerinnen und Schülern hierüber neue und vor allem erreichbare Perspektiven aufzuzeigen.

 

 

Wie geht man denn vor, wenn man sich für eine persönliche Beratung im Lernbüro entscheidet oder wenn man von einer Lehrerin/einem Lehrer zu einer Pflichtberatung eingeladen wird?

Ganz einfach: Wer sich beraten lassen möchte – sei es beispielweise, weil es in einem Unterrichtsfach nicht gut läuft, es mit Mitschülern schwierig ist, die eigene Motivation verloren gegangen ist oder die private Situation (zu Hause) problematisch ist –, kann sich am Info-Board neben der Tür zum Lernbüro für einen Beratungstermin eintragen. Dort ist ausgehängt, welcher Lernberater wann eine Beratung anbietet; in der Regel bieten wir mindestens vier Beratungsböcke je Woche an. Eine Beratung dauert rund 20 Minuten und findet während des regulären Unterrichts statt – wir sind überzeugt davon, dass der Mehrwert vieler Beratungen die verpasste Unterrichtszeit aufwiegt. Zum Glück sehen dies auch viele unserer Kolleginnen und Kollegen so. Häufig folgen auf eine erste Beratung weitere Beratungen. Die Termine werden dabei stets individuell vereinbart. Wer eine Einladung zu einem Beratungsgespräch von einer Lehrerin oder einem Lehrer erhält, sollte einfach zum darin angegebenen Termin zum Lernbüro kommen. Übrigens: Die allermeisten Schülerinnen und Schüler, die mit Vorbehalten zu uns kommen und meinen, das Lernbüro sei eine „Strafe“ für sie, kommen anschließend gerne wieder – eben weil sie merken, dass wir mit Strafen, Vorwürfen und Sanktionen nichts am Hut haben.

 

Wer macht denn im Lernbüro mit? 

Im Lernbüro arbeiten mehrere engagierte Lehrerinnen und Lehrer mit, die ihre eigene Freizeit hierfür einsetzen. Prinzipiell sind alle für alle da, doch haben einige auch einen eigenen Beratungsschwerpunkt. Ein Vorteil dabei ist vielleicht, dass wir als Lehrer die Schul- und Unterrichtsperspektive vollkommen im Blick haben, aber völlig unvoreingenommen sind, weil wir die Schülerinnen und Schüler, die wir beraten, in der Regel nicht unterrichten. Künftig wollen wir – in Absprache mit den Ratsuchenden – verstärkt auch mit unserer neuen Schulsozialarbeitern Frau Nadine Braun zusammenarbeiten, über deren Anstellung wir uns sehr freuen.