SV Gespräch18kl

Kommt man während des Gesprächs aktueller und ehemaliger SV-Sprecher in die Aula, so sieht man zunächst sieben scheinbar völlig unterschiedliche junge Männer auf der Bühne sitzen, die sich angeregt unterhalten. Zum Teil über zwanzig Jahre Altersunterschied und ganz unterschiedliche berufliche Werdegänge liegen zwischen den Teilnehmern Ilias Essaida, Benny Kuhtz, Rolli Vogel, Marvin May, Fritz Joachim, Burak Altunalev und Dennis Witton. Doch sie vereint ein zentraler Aspekt: ihre Verbundenheit mit dem Gymnasium der Stadt Kerpen, an dem sie alle Schülersprecher waren.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den aktuellen Schülersprecher Fritz Joachim wird das Gespräch rund um das Thema „Wie war die SV früher, wie ist sie heute, was hat sich in den letzten Jahren verändert?“ eröffnet. Es geht im Folgenden beispielsweise um Fragen, warum die Teilnehmer sich dazu entschieden, Schülersprecher zu werden, was man im Rahmen der Schülervertretung für die Schülerschaft umgesetzt hat, wie der Kontakt mit den Schülern gehalten wurde oder wie sich der Kontakt mit der Schulleitung gestaltete. Und natürlich interessiert den jüngsten Schülersprecher in der Geschichte des Gymnasiums Kerpen (Jahrgangsstufe 8, bereits seit zwei Jahren Schülersprecher) in diesem Zusammenhang auch ganz besonders die Frage, ob die SV auch in der Vergangenheit altersmäßig so durchmischt war wie aktuell und wie sie in den vergangenen Jahren sichergestellt hat, dass Schüler aller Jahrgangsstufen ihre Meinung vertreten konnten. 

Es wird gemeinsam in Erinnerungen geschwelgt und von legendären Partys berichtet, die man für die Schülerschaft veranstaltet hat sowie von Projekten erzählt, in die man besonders viel Zeit und Herzblut investiert hat. In diesem Zusammenhang finden z.B. ein mehr als ein Jahr lang geplanter Spendenlauf, bei dem schließlich die stolze Summe von ca. 34.000 Euro eingenommen wurde, die Gestaltung der aktuellen Schulpullover oder die Verabschiedung von Herrn Ripp Erwähnung. Die Teilnehmer erzählen von zum Teil hitzigen, aber zumeist konstruktiven Diskussionen in den Schulkonferenzen (Produziert das Café Olé zu viel Müll? Sollten einige Fächer geschlechtergetrennt unterrichtet werden?) und betonen immer wieder die gute Zusammenarbeit zwischen Schülern, Lehrern, Schulleitung, Elternschaft und dem Förderverein, auch wenn nicht immer alle einer Meinung waren. Es wird hervorgehoben, dass die SV stets das große Ganze im Blick behielt und sich auch immer wieder für andere Leute einsetzte (Unterstützung von Schülervertretungen an anderen Schulen, Zahlung des Gehalts eines Lehrers in der Türkei für ein Jahr, damit dieser in einem Flüchtlingsheim unterrichten kann, Anschaffung eines Wassertanks in Nicaragua usw.). Kleine Anekdoten unterstreichen die Erlebnisse der Vergangenheit und sorgen auch beim Publikum immer wieder für Erinnerungen an gemeinsame Erlebnisse und den ein oder anderen Lacher. Und auch, wenn innerhalb des Gesprächs festgestellt wird, dass sich z.B. die Abläufe oder die Häufigkeit der SV-Sitzungen im Laufe der Zeit etwas verändert haben, gibt es doch Themen, die für Schüler immer oder zumindest für eine lange Zeit noch aktuell bleiben. Dazu zählen insbesondere die Toilettenproblematik sowie das Handyverbot. 

Und so schließt die Gesprächsrunde mit den Worten von Dennis Witton: „Die Zeit in der SV hat uns gezeigt: Engagier dich, mach was, tu was, zeig, dass du etwas bewegen kannst – aber erkenne auch, es ticken nicht alle so.“

Judith Noppeney und Uschi Zöller