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Das Erasmus-Plus-Projekt ist ein Meilenstein in der europäischen Verständigung: 10 Tage intensive Arbeit im Dienste der Integration, des Abbaus von nationalen Vorurteilen, des Aufbaus von Verständigung, der Reflexion über die Lage von Minderheiten in Europa - daran arbeiteten die Schülerinnen und Schüler aus Kerpen, aus Gran Canaria und aus Ungarn unter der Leitung von Estrella Löwe-López.

Am Mittwoch, 11.10.17, fuhr man gemeinsam nach Brüssel, in die europäische Hauptstadt. Axel Voss, seit acht Jahren Abgeordneter im Europäischen Parlament, empfing die 40köpfige Gruppe. Axel Voss ist ein überzeugter Europäer, der bekundete, wie schmerzhaft es für ihn ist, solche zentrifugalen Prozesse wie den Brexit oder die separatistischen Bestrebungen in Katalonien aushalten zu müssen. Er betonte, was vielleicht manchen jungen Leuten nicht bewusst ist, dass die Europäische Union das größte Friedensprojekt der Weltgeschichte sei: Seit mehr als 70 Jahren kein Krieg mehr in Europa, auf einem Kontinent, der seit Jahrhunderten durch eine Kriegsgeschichte gezeichnet war. Und natürlich die wirtschaftliche Entwicklung durch den gemeinsamen Binnenmarkt, die politische Stärke des Kontinents und die Wahrung der Menschenrechte - Ergebnisse langjähriger intensiver Integrationsanstrengung.

Seinen Parlamentsalltag beschrieb er sehr anschaulich: 32 Wochen im Jahr ist er in Brüssel oder Strasburg, das ist deutlich mehr als die Zeit von Bundestagsabgeordneten in Berlin. Die Zeit für den Wahlkreis oder gar für die Familie ist denkbar knapp. Auf die Frage, warum das Parlament denn zwei Sitze hat und ob das nicht ein bisschen teuer und umständlich ist, meinte er: Ja, das ist teuer und umständlich, aber natürlich kann man ein bedeutendes Land wie Frankreich schlecht dazu zwingen, Strasburg als Parlamentssitz aufzugeben. 

Voss forderte die anwesenden Schülerinnen und Schüler sehr emotional dazu auf: Mischt euch ein, engagiert euch, sei es in Parteien, Initiativen oder anderswo, lasst die Dinge nicht einfach geschehen, es ist eure Welt, ihr müsst sie gestalten!

Im Anschluss an dieses Gespräch wurde die zauberhafte Altstadt von Brüssel besucht mit dem Grand Place und den unzähligen Geschäften für belgische Pralinen und Schokolade - die Rucksäcke waren auf der Rückfahrt deutlich schwerer als auf der Hinfahrt! 

Fotos

Bernd Woidtke