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Schulklasse im Flüchtlingslager bei Adana in der Türkei

Am 13. Februar 2017 diskutierten Joschka Fischer und Navid Kermani in Köln über das Thema "Die Welt aus den Fugen". Joschka Fischer war Außenminister, Navid Kermani ist einer der führenden deutschen Intellektuellen, Islamwissenschaftler, Journalist, Buchautor.

Er ist Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 2015 und hielt 2014 im Deutschen Bundestag eine viel beachtete Rede zum 65. Geburtstag des Grundgesetzes. Am Ende der kölner Veranstaltung berichtete sein Bruder, Dr. Khalil Kermani, mit seiner Frau Bita über ein Flüchtlingslager in der Türkei, in dem Menschen vor allem aus Syrien unter den erbärmlichsten Umständen leben. Sie baten um Spenden für das Avicenna-Hilfswerk, das diese Menschen betreut. Ich fand diesen Aufruf sehr ergreifend und habe unserer SV davon erzählt. Man kam überein, dass die SV aus Einnahmen vom letzten Sponsored Walk 5000,- € spenden wollte. 

Vor zwei Wochen habe ich mich mit Dr. Khalil Kermani getroffen und ihm diese Geldsumme übergeben. Frau Dr. Bita Kermani ist damit in die Türkei gereist und hat einen Lehrer, der schon in dem Flüchtlingslager gearbeitet hat, angestellt. Die SV-Spende bedeutet für ihn ein komplettes Jahresgehalt! Schüler bezahlen das Gehalt eines Lehrers - das ist eine erwärmende Botschaft in einer kalten Welt!

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Hier unterschreibt der Lehrer Muhammed Helebi die Entgegegenname des Gehalts für die ersten drei Monate

Die SV hat eine kluge Entscheidung getroffen. Herr Dr. Kermani hat mir zugesichert, dass wir über die Situation in dem Flüchtlingslager fortlaufend informiert werden. Auf der Website des Avicenna-Hilfswerks wurde die Unterstützung unserer SV schon erwähnt: "Die Schülervertretung des Gymnasiums der Stadt Kerpen, der Europaschule, hatte bei einem ‘Sponsored Walk’ Spenden eingesammelt und war von dem Schulprojekt des Avicenna Hilfswerks spontan so begeistert, dass sie das Jahresgehalt eines Lehrers gespendet hat. Vielen Dank dafür."

Übrigens: Natürlich kann jeder für dieses Schulprogramm des Avicenna-Hilfswerkes spenden. Das Ehepaar Kermani, beide Ärzte in Köln, fahren regelmäßig in die Türkei, um die Arbeit dort zu koordinieren. Man kann also sehr genau nachvollziehen, was mit den Spendengeldern passiert.

In diesem kurzen Video kann man einen Eindruck bekommen, wie es in dem Flüchtlingslager bei Adana aussieht.

Bernd Woidtke