Suche:

grund16kl

Es gibt Tage, an die wird man sich seinen Leben lang erinnern. Der erste Kuss, die Hochzeit, je nach Vorliebe die Fußball-WM 2014. Und natürlich die Einschulung und der erste Tag am Gymnasium.

Oder zum Beispiel an den heutigen Tag: Zum ersten Mal an dieser großen Schule, der Europaschule Kerpen. Europa ist größer als Deutschland, dann muss die Europaschule auch größer sein als ein normales Gymnasium - logisch. Wer aber dachte: Oh Gott, da finde ich mich nie zurecht, der wurde beim Tag der Offenen Tür eines Besseren belehrt. Zunächst begrüßt der stellvertretende Schulleiter Dominik Riediger mit freundlichen Worten die vielen Besucher. Die Schulleiterin Tatjana Strucken und die Beobachtungsstufenleiterin Regine Klopffleisch erklären dann, was die Schule so alles bietet und wie man das alles organisiert. Da war dann die Rede von Halbtag, Ganztag, Bili, von KFZ (=Klassenfreizeit), OM (=Offene Mittagsfreizeit), Saftbar, Mensaessen, Blockstunden, MINT, von Milch-Cup (=Tischtennis-Turnier) und Austauschprogrammen, von DELE und DELF (Zusatzqualifikationen in Spanisch und Französisch), von Informatik und Technik, Europakursen und Erasmus+. Die 6. Klasse von Frau Klopffleisch spielte kurzweilig und gut nachvollziehbar vor, was es mit manchen dieser Geheimbegriffe auf sich hatte. Und Frau Schulte-Mattler verhalf den Bili-Interessenten auf die Sprünge (Bili=bilingualer Unterricht englisch/deutsch). Untermalt wurde diese Phase des Vormittags von der Bläserklasse (=Nachwuchsmusiker, die gerade mal drei Monate ein Instrument spielen und auf dem Sprungbrett in die Big Band stehen) unter der Leitung von Johannes Schumacher. 

Und wem jetzt der Kopf rauchte und wer ein bisschen Bewegung brauchte (=alle), der wurde bedient: In mehreren Gruppen wurde man durch die Schule geführt. Dieser Rundgang hatte mitunter den Charakter einer Wissenschaftsshow. Michael Ligocki hat im Chemielabor die jungen Wissenschaftler schnell eingefangen, als er zweimal farbloses Wasser ruckzuck in diverse Farben verzaubern ließ. Und Jürgen Wingenbachs Publikum staunte nicht schlecht, als eine Rakete auf einer exakt berechneten ballistischen Flugbahn nicht nur durch einen brennenden Ring flog, sondern kurzerhand noch eine Weihnachtskerze ausblies. Bei Marko Spieler konnte man im Bio-Labor erstaunliche Dinge unterm Mikroskop betrachten, z.B. ein Rochen-Ei.

Am Ende des spannenden Rundgangs fanden viele dann noch den Weg in die Mensa. Dort gab es nicht nur eine opulente Ausstellung mit den vielfältigen Angeboten der Schule, sondern auch reichhaltige Speisen und Getränke. Und viele Broschüren mit der Erklärung zu den Geheimbegriffen (siehe erster Absatz!).

Ein Schüler brachte seine Empfindungen am Ende dieses ereignisreichen Vormittags auf den Punkt: "Cool!"

Tatjana Strucken griff in ihrem Vortrag ein in den letzten Tagen viel diskutiertes Thema auf: Was wird in der Zukunft mit dem inzwischen 40 Jahre alten Schulgebäude? In der vergangenen Woche hatte der Schulausschuss der Stadt Kerpen sich mit dem Thema befasst. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete am Freitag, 25.11.16, darüber und fasste das Ergebnis in der Überschrift zusammen: "Tendenz am Kerpener Gymnasium geht hin zu einem Neubau"Frau Strucken wies darauf hin, dass die neuen Fünfer des nächsten Jahres sicher noch einige Zeit im bewährten Gebäude unterrichtet, und dann in ein neues, modernes Gebäude in unmittelbarer Nähe einziehen werden, das den pädagogischen Erfordernissen Rechnung tragen wird. 

Am Schluss des Tages sei noch einmal auf ein besonderes Anliegen der Schule verwiesen, das die Schulleiterin in ihrem Vortrag hervorhob: Den Kolleginnen und Kollegen der Europaschule ist es sehr wichtig, die Kinder und Jugendlichen nicht nur angemessen und anspruchsvoll zu unterrichten, sondern ihnen auch eine menschliche und zugewandte Atmosphäre zu schaffen, bei der man sagen kann: Ich komme morgen gerne wieder!

Fotos

Bernd Woidtke