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Foto: SV-Sprecher Burak Altunalev wird von Oliver Strucken-Bathke befragt


 

Am vergangenen Freitag fand ein Gespräch zwischen Politikern und Schülerinnen und Schülern zum Thema Europa statt. Darüber berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger. Hier Zitate aus dem Artikel vom 18.6.16:

 

"Extremismus bereitet Sorgen

Europa – Politiker standen Schülern bei Podiumsdiskussion Rede und Antwort

Von Dietmar Fratz

 

Kerpen. Was tut die Europäische Union gegen Extremismus? Was passiert, wenn TTIP kommt? Wie würde sich ein Brexit auf die EU auswirken? Hätte eine Wahl Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten Auswirkungen auf die EU? Die Schüler des Kerpener Europagymnasiums nutzten die Anwesenheit führender Regionalund EU-Politiker in ihrer Schule dazu, ihre Sorgen auszudrücken. Das in Hürth ansässige Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit (IPZ) verband seine in Kerpen anberaumte Kuratoriumssitzung damit, sich den Fragen der Elftklässler und Schülern der EU-Kurse aus der achten und neunten Stufe im Pädagogischen Zentrum des Europagymnasiums zu stellen. Zum Auftakt intonierte die schuleigene Big Band die inoffizielle Götterfunken-Europahymne nach Beethovens neunter Sinfonie.

 

Viel Applaus bekam ein Schüler für seine Frage: „Wer gibt uns das Recht, Menschen von einer Landmasse auszuschließen, denen es schlechter geht als uns?" Ingo Wolf (FDP), Ex-Innenminister des Landes, betonte die rechtsstaatliche Souveränität der EU-Länder, die das Handeln der Union erschwere. Dies bezog er auf die Flüchtlingspolitik ebenso wie auf die Bekämpfung extremistischer Bewegungen. Man müsse „Vertrauen zurückgewinnen durch schnelleres und effektiveres Handeln, forderte der Bedburger Bundestagsabgeordnete Georg Kippels (CDU) Zudem sei es wichtig, „die EU neu zu erklären“. Sie sei, anders als oft angenommen, „keine Einbahnstraße, Deutschland profitiert auch davon“. Der EU-Abgeordnete Axel Voss (CDU) sagte: „Nur gemeinsam kann man mehr erreichen.“

 

Die Sorgen der Schüler seien berechtigt. Ein Brexit, also der Austritt Großbritanniens aus der EU, sei „der erste Schritt zur Selbstzerstörung der EU“ und gebe „Auftrieb für extremistische Organisationen“. „Den meisten von uns geht es gut wegen der EU“, befand die Saarbrücker EU-Parlamentarierin Doris Pack (CDU). Aber bei Asyl- und Flüchtlingspolitik habe die EU „zu spät die Weichen gestellt“. Den Energiewechsel als deutschen Alleingang verteidigte sie als „Denkanstoß für andere Nationen“. Schockiert über den „rechten Rand“ zeigte sich Landtagsabgeordneter Stefan Engstfeld (Bündnis 90/Grüne). Es gelte, „eine Atmosphäre zu vermeiden, in der aus Argumenten tödliche Kugeln werden“. TTIP lehnte er unter anderem wegen der Gefahr der Einfuhr genmanipulierter Lebensmittel ab. „Die Politik muss die Probleme lösen. Wenn sie das nicht tut oder die Bürger den Eindruck bekommen, dass sie das nicht kann, stoßen Extremisten in das Vakuum“, betonte Werner Jostmeier (CDU), landtagsabgeordneter als Dülmen. Die Lösung der Probleme sei das beste Mittel dagegen.

 

Als Europa-Gymnasiasten machten sich die Schüler konstruktive Gedanken im Alltag, berichtete Lehrer Bernd Woidtke. Es gab eine kleine Schau über die schulischen Aktivitäten wie Austauschfahrten und Integrationsprojekte."

 

Fotos der Veranstaltung