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Welche praktische Bedeutung hat es eigentlich, Schüler oder Lehrer an einer Europaschule zu sein? – Europa hautnah zu erleben, europäische Werte leben und europäische Freundschaften pflegen. Drittortbegegnung in Berlin hieß es deshalb vom 22. bis 25. Februar für 19 Schülerinnen und Schüler der EF, Q1, Q2 in Begleitung der Lehrerinnen Andrea Kärmer und Bettina Macherey.

In der Jugendherberge International trafen sie ihre Austauschpartner aus Menton/Frankreich. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten groß, nachdem im letzten Jahr während des Austauschs viele intensive Freundschaften entstanden sind. Aber auch die „Neuen“ (die Franzosen hatten diesmal sogar 35! Deutschschüler und –schülerinnen mitgebracht) wurden sofort in die harmonische Gruppe integriert.

Trotz eines anstrengenden Anreisestages waren alle am Montagabend hellwach als ein Besuch beim Kerpener Bundestagsabgeordneten, Herrn Dr. Georg Kippels, anstand. Dieser fand das Projekt aktiv gelebter deutsch-französischer Freundschaft toll und postete sofort das Gruppenfoto mit den „interessierten“ Kerpener Schülern auf Facebook. Außerdem bot er den Kerpener Schülern und Schülerinnen einen Praktikumsplatz sowie weitere Besuche seinerseits an unserer Schule an.

Die Reichstagskuppel bei Nacht eröffnete anschließend faszinierende Ausblicke über die Lichter der Hauptstadt. Am nächsten Tag ging die gemeinsame, „französische“ Woche dann so richtig los: Im Jüdischen Museum, im Tränenpalast und im Historischen Museum erfuhren die Franzosen viel über die deutsche Geschichte und gerade für die Q2 Schüler war es quasi eine interaktive Wiederholung des Stoffs fürs Zentralabitur. Sehr professionell übernahmen die Französisch-LK Schüler auch immer mal wieder Simultanübersetzungen. Alles über den besonderen Status der Stadt Berlin erfuhren die Schüler mithilfe von anschaulichen Exponaten wie einem der letzten original Rosinenbomber im Alliierten Museum. Da die französischen Schüler anders als ihre deutschen Partner Exkursionen ausschließlich unter Aufsicht der Lehrer verbringen dürfen, fanden in der Jugendherberge viele gemeinsame Aktivitäten statt. Sogar ein syrischer Flüchtling, der als alleinreisender Minderjähriger in der Jugendherberge einquartiert war, wurde spontan in die deutsch-französische Tischtennisrunde eingeladen. Überhaupt war das herausragende Merkmal dieser Drittortbegegnungsgruppe Teamgeist, der funktionierte jahrgangsstufenübergreifend, lehrerfreundlich, zwischen den teilnehmenden Europäern und auch darüber hinaus …  Team- und Sportsgeist bewiesen die deutsch-französischen Teams dann auch am letzten gemeinsamen Abend beim Bowling.

Am letzten Tag gab es dann noch eine Schneeballschlacht. Im winterlichen Berlin sahen die französischen Schüler und Schülerinnen von der Côte d’Azur seit langer Zeit mal wieder Schnee. Bei strahlendem Sonnenschein ging es dann entlang der East-Side Gallery, bevor es endgültig Abschied nehmen hieß. Ja, es war kalt an diesem Morgen in Berlin und trotzdem war viel Wärme zu spüren.

Hoffentlich gibt es bald ein Wiedersehen in Kerpen und Menton, Berlin oder Paris!

Au revoir et à bientôt – wir l(i)eben Europa!

Bettina Macherey