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Viele von uns haben in irgendeiner Weise in der letzten Zeit Kontakt mit Flüchtlingen gehabt. Wir haben alle gemerkt, wie schwer es ist, sich zu verständigen.

Die Sprachen, die wir sprechen oder in der Schule lernen (Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, ein paar andere), verstehen die Flüchtlinge nicht, wir wiederum sprechen weder arabisch, noch kurdisch oder Farsi. Um so mehr freuen wir uns, wenn plötzlich eine Verständigungsebene gefunden ist: Ich habe neulich versucht, Flüchtlingen aus Afghanistan und Aserbeidschan einige Begriffe aus dem Fußball beizubringen (Toraus, Mittellinie, Fünfmeterraum usw.), das stellte sich als nicht leicht heraus, funktionierte aber mit Bildern. Und plötzlich sprudelte es aus einigen heraus: Neuer, Boateng, Lahm, Lewandowski, Robben - die komplette Bayern-Aufstellung (BVB-Fans und andere mögen verzeihen...), große Freude auf beiden Seiten!

Solche Situationen erleben zurzeit viele Schülerinnen und Schüler unserer Schule. Die Kollegin Astrid Friedrich und die Journalistin Birgit Broich-Jansen haben ein äußerst verdienstvolles Projekt initiiert: Schüler unterrichten Flüchtlinge. Wer nun mutmaßt, dass sich da vielleicht vier oder fünf Leute melden - Irrtum: Fast 100 Schülerinnen und Schüler der Europaschule machen mit! Mit einem straffen Stundenplan wurde erreicht, dass die neun Flüchtlinge bis zu 16 Wochenstunden unterrichtet werden. Entsprechend schnell können sie sich die deutsche Sprache aneignen. 

Wilfried Meisen, auch ein ehemaliger Schüler unserer Schule, hat einen ausführlichen Artikel über dieses Projekt im Kölner Stadt-Anzeiger geschrieben. 

Die Europaschule macht ihrem Namen alle Ehre!

Bernd Woidtke