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Foto: © Meike Beseke, Beseke&Oertel PG

„Lernferien???“ Ich wusste zuerst nicht recht, was mich erwarten würde, doch schon nach den ersten Stunden war jegliche Skepsis verflogen.

Unter dem Thema „Gesellschaft in einer Welt der Gegensätze. Leben und Streben zwischen großer Freiheit, Krieg und Krisen“ habe ich in den Herbstferien eine Woche mit 17 anderen Schülern aus ganz NRW an den Lernferien in Hückeswagen teilgenommen. Dort war eins von vier Feriencamps, die vom Ministerium für Schule und Weiterbildung angeboten werden.

Wir hatten ein volles Programm und es kamen jeden Tag interessante Persönlichkeiten aus verschiedenen Bereichen, die mit uns über ihre Lebenserfahrungen und ihren Beruf gesprochen haben. Sie haben sich Zeit für unsere Fragen genommen und es entstanden interessante Diskussionen, zum Beispiel über Nationalstolz, den Sinn des Lebens oder Freiheit, welche die Vorträge mit Leben füllten. Ich habe viel Neues und vor allem Interessantes ganz nebenbei erfahren.

An einem Abend hatten wir die Gelegenheit von Pascal Kurschildgen, einem IT-Sicherheitsberater der Deutschen Post und der Deutschen Bundesregierung zu hören, wie ein professioneller Hacker arbeitet. Dabei ist uns aufgefallen, dass in vielen Firmen der vertrauensvolle Umgang mit Daten und das Grundwissen zu Sicherheit am PC vorausgesetzt wird, in der Schule aber zum Beispiel nicht erklärt wird, wie und in welchem Umfang man sich gegen Viren schützen sollte.

Von einem Sportwissenschaftler, der 7 Jahre in China gelebt hat, haben wir Einblicke in die chinesische Kultur erhalten und er hat uns über seine dort erlernte Kampfkunst Wudang, einer Art Kungfu, aus dem Wudang Gebirge, berichtet und sie auch eindrucksvoll vorgeführt. Danch haben wir selbst einmal die Kampfkunst ausprobiert, wobei das Gleichgewicht zwischen Yin und Yang ein zentrales Thema war, um die Balance zu finden. Viele Lebensweisheiten und auch inspirierende Worte, die zum Nachdenken anregen, gab uns der Dipl. Psych., Dipl. Päd., und Psychotherapeut Reinhold Schmitz-Schretzmair mit auf den Weg, während wir unter anderem über Traumata des 2. Weltkrieges sprachen und Bewegendes erfahren haben.

Auch über die eigene Zukunft wurde geredet und sich ausgetauscht. Ich finde, dass es heutzutage so viele Möglichkeiten gibt, dass man sich nur schwer entscheiden kann, in welche berufliche Richtung man später einmal gehen möchte. Wie soll man sich bei über 14.000 Studiengängen entscheiden??? Mit anderen zu reden und seine Stärken zu erkennen hilft dabei, vielleicht bisher ungeahnte Möglichkeiten zu entdecken oder eine Richtung einzuschlagen, die man sich bisher nicht vorstellen konnte oder gar nicht kannte. Das war auch Ziel der Karriereberatung unter dem Motto „Meine Zukunft, meine Berufung“.

Die gemeinsamen Abende, wo wir bei Kerzenlicht „Die Werwölfe vom Düsterwald“ spielten, ergänzten das abwechslungsreiche Programm zu rundum gelungenen Tagen.

Insgesamt konnte ich viel fürs Leben mitnehmen, wurde von Teilnehmern und Dozenten inspiriert und durfte viele neue Erfahrungen sammeln.

Ich würde so etwas jederzeit wieder machen und kann nur weiterempfehlen, wenn man die Gelegenheit dazu bekommt, die Chance zu nutzen um auch mal „über den Tellerrand hinauszuschauen.“  Die Lernferien werden in den Oster- und Herbstferien für die Q1 angeboten.

Mehr Infos: http://www.lernferien-nrw.de/lernferien-angebote.html

Sarah Hundertmark