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"Na endlich!" Das war mein erster Gedanke, als ich in einer Onlinezeitschrift vom öffentlichen Outing Thomas Hitzlspergers las. Es war und ist meiner Meinung nach schon lange an der Zeit, dass Homosexualität im öffentlichen und privaten Leben wieder in den primären Blickwinkel der Medien und der Gesellschaft rückt, denn es herrscht weiterhin dringender Aufklärungsbedarf und ein stagnierender Prozess der Enttabuisierung. An dieser stelle sage ich: Danke Herr Hitzlsperger, dass Sie diesen Stein ins Rollen gebracht haben!

 

Und in der Tat stieß ich in letzter Zeit vermehrt auf Zeitungsartikel die sich mit diesem Thema befassen. So berichtete bspw. das "manager-magazin.de" erst gestern, am 9. Januar, über eine anhaltende Diskriminierung von Homosexuellen Vorstandsmitgliedern. Homosexuelle hätten es fortwährend schwer überhaupt in solche hohen Ämter zu gelangen. Aus Angst vor einem Imageschaden outeten sich die wenigen Homosexuellen Vorstände nicht, sondern führen zu meist ein Doppelleben.

 

Und auch im Bildungssektor scheint das Thema nun Einzug gefunden zu haben - für uns als Schule natürlich am interessantesten. Heute wurde nämlich bekannt, dass die baden-württembergische Landesregierung in dem Lehrplan für  2015 fünf Leitprinzipien formuliert. Einer von diesen ist die "Akzeptanz sexueller Vielfalt". In diesem Rahmen soll über verschiedenste Lebensentwürfe (z.B. Bisexualität, Homosexualität oder Transsexualität)  fächerübergreifend aufgeklärt und enttabuisiert werden. Dieses neue Leitprinzip ist allerdings auch Gegenstand heftiger Debatten und wird, leider, nicht von allen Seiten akzeptiert. So spricht bspw. die evangelische Landeskirche Baden-Württembergs von einer "Indoktrination", die man verhindern müsse. Durch einen solchen Leitfaden nehme man zu großen Einfluss auf die persönliche Entwicklung der Schüler und fordert eine kontroversere Darstellung der Thematik.

 

Was ist nun von all dem zu halten? Ich persönlich freue mich sehr, dass die öffentliche Behandlung der Homosexualität, wieder in den Vordergrund rückt. Es ist wichtig, dass unsere Gesellschaft andere Lebensstile auf breiter Basis als etwas völlig normales respektiert und ihnen einen ebenso wertvollen Platz gibt wie heterosexuellen Partnerschaften. Nur durch flächendeckende, frühe Aufklärung und besonders die persönliche Auseinandersetzung mit der Thematik kann dies auf Dauer gelingen. Daher sollte ein solcher Leitsatz in jedem Schulcurriculum - oder Schulethos - stehen.

 

Marvin May

 

Quellen:

  1. http://www.spiegel.de/schulspiegel/homosexualitaet-im-unterricht-debatte-weitet-sich-aus-a-942877.html (10.1.14)

  2. http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/homosexualitaet-von-managern-auch-nach-hitzlsperger-outing-tabu-a-942682.html (10.1.14)

  3. http://www.elk-wue.de/aktuell/detailansicht-pressemitteilung/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=50809&tx_ttnews%5BbackPid%5D=98&no_cache=1 (10.1.14)