Plastikpiraten 2019 06 22    Plastik in der Umwelt logo 2019 06 22

Forscherfrage der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Kerpen - Europaschule: Wieviel Plastikmüll ist im Neffelbach?

Am 14.06.2019 hieß es für die Klasse 5.8 und den Biologie-Leistungskurs der Stufe 11 der Europaschule Kerpen Gummistiefel an und raus ins Gelände. Unter dem Titel „Plastikpiraten“ hat das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) einen Forschungsschwerpunkt eingerichtet, bei dem Jugendliche in Deutschland die Belastung der Flüsse mit Mikro- und Makroplastik untersuchen. Die Daten werden in eine Datenbank eingeben und wissenschaftlich von der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet. Anschließend kann man sich alle bundesweit erhobenen Messdaten auf einer digitalen Deutschlandkarte im Netz ansehen. Bald werden nun also auch unsere Kerpener Messwerte erscheinen, die die Plastik-Belastung des neben der Schule verlaufenden Neffelbaches verdeutlichen.

Gemischte Teams aus SchülerInnen der 5. und 11. Stufe bearbeiteten unterschiedliche Aufgaben. Die einen suchten einen 135m langen Bereich des Ufers nach gut sichtbarem Plastikmüll ab, andere sammelten mit Pinzetten am Flussufer in einem Bereich von 2x4m alles Plastik, was mit bloßem Auge gerade noch zu erkennen war. Wieder andere hängten ein spezielles Treibnetz mit sehr kleiner Maschengröße in die Strömung und fingen auf, was im Wasser treibt. Eine weitere Gruppe interviewte Spaziergänger am Flussufer, um deren Erfahrungen zur Müllbelastung in das Gesamtbild mit einfließen zu lassen. Insgesamt bewährte sich besonders die Zusammenarbeit von jüngeren und älteren SchülerInnen. Waren die Fünfer sofort mit Feuer und Flamme dabei, motivierten die Älteren und zerrten mit großem Einsatz aus den verstecktesten Winkeln alle Objekte, die dort eigentlich nicht hingehörten. Protokoll zu führen und darauf zu achten, dass alles methodisch korrekt untersucht und die erforderlichen Daten festgehalten wurden, war ebenfalls Aufgabe der Älteren. Insgesamt ein wirklich gelungener Forschernachmittag bei strahlendem Sonnenschein.

Wie nun der Zustand des Neffelbaches im Bundesvergleich aussieht, werden wir erst in einigen Wochen erfahren. Aber so viel sei schon im Voraus gesagt: die Plastikbelastung im Fluss selbst, scheint eher relativ niedrig zu sein. Probleme ergeben sich aber am Ufer, wo Müll von den Straßen aus „entsorgt“ wird.

Dr. Marko Spieler

 

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Besonders viel Müll befand sich neben und unter den Brücken über dem Neffelbach.

 

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Beim Forschen und Müllsammmeln war Teamarbeit gefragt. Da war eine helfende Hand vom Ufer schon Gold wert.

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Aus dem Gebüsch am Ufer gezerrt ein Stück Matratze, was das wohl hier macht?

 

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Mit einem speziellen Netz zur Erfassung von Mikroplastik, das von den Organisatoren des Plastikpiratenprojektes leihweise zur Verfügung gestellt wurde, wurde das Treibgut im Wasser erfasst. Über 99% bestand dies aus Algen und Pflanzenresten, der Rest war Plastikmüll.

 

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Die „Beute“ der Plastikpiraten am Ende des Projektes wurde fachgerecht bei den Mülltonnen der Schule entsorgt.