Was der Bürgermeister schon beim Schulfest ankündigte, wurde nun durch den Beschluss des Schulausschusses bestätigt: Das Gymnasium der Stadt Kerpen wird neu gebaut. Mit mehr als 90 Millionen Euro ist der Neubau unserer Schule das wohl größte Bauprojekt der Stadt Kerpen für die nächsten Jahrzehnte.


Für die Schulgemeinschaft bedeutet dies, dass wir bald Abschied nehmen müssen von einem Gebäude, das eine der ersten Ganztagsschulen des Landes beherbergte, ausgestattet mit einer großen Mensa, Saftladen und Spielekeller, Teppichböden statt kalten PVC-Böden, extra breiten Gängen, Hühnerhof, Werkräumen und Lehrküchen. Bei der Planung dieses einzigartigen Schulgebäudes war unser Gründungsschulleiter Herr Dr. Heinz Brunkhorst maßgeblich beteiligt. Er übersetzte gemeinsam mit dem damaligen Architekten seine Vision von Schule in ein Gebäude. Gerade Ehemalige, die nach Jahren das Schulgebäude erstmalig wieder betreten, fühlen sich gleich zurückversetzt in ihre Schulzeit: Alles sieht noch genauso aus wie früher (orange-braun) und es riecht noch genau wie früher (undefinierbar nach THG). Was den Zeitreiseffekt ermöglicht, ist aber auch das Problem des Gebäudes: Es ist stark sanierungsbedürftig. Der Charme des Gebäudes hält sich daher für die gegenwärtige Schülergeneration in Grenzen. Zudem haben sich pädagogische Anforderungen an den Schulbau gewandelt – Individualisierung, Digitalisierung, neue Lehr- und Lernmethoden verlangen nach anderen Raum- und Gestaltungskonzepten.
Daher freuen wir uns auf ein neues, zeitgemäßes Schulgebäude, in dem wir uns mit unserem pädagogischen Selbstverständnis wiederfinden – ohne Teppichböden, aber mit allem anderem, was unsere Schule als Lebensort auszeichnet. Hühnerhof inklusive. Damit das auch so kommt, werden wir (Schüler*innen/Eltern/Lehrer*innen) gemeinsam mit der Verwaltung der Stadt Kerpen sowie Vertretern der Politik in einer sogenannten „Planungsphase 0“ unsere pädagogischen Zielvorstellungen in ein Anforderungsprofil für einen Architekten übersetzen. Eine spannende, aufregende Aufgabe liegt vor uns. Ich freue mich, an diesem Prozess mitwirken zu dürfen, an dessen Ende hoffentlich ein Schulgebäude steht, in dem sich kommende Schülergenerationen genauso wohl fühlen wie die der letzten Generationen.
Tatjana Strucken