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Die Lions Clubs von Bergheim bis Euskirchen, von Brühl bis zum Rursee haben 2018 erneut einen Jugendpreis für karitatives und soziales Engagement ausgeschrieben. Das Preisgeld beträgt 1500,- € und kommt dem Projekt zugute, für das sich die Preisträger engagieren. Es gab 11 sehr gute Bewerbungen und so hatte die Jury die Qual der Wahl. Sie entschied sich für die Schülerinnen und Schüler des Projekts "Schüler für Schüler" an der Europaschule Kerpen. Bernhard Ripp, einst Leiter der Schule, jetzt stellvertretender Landrat des Rhein-Erft-Kreises, lobte das Engagement der Schüler und überreichte ihnen am Dienstag, den 3. Juli, ihre Urkunden. 

In dem Projekt "Schüler für Schüler" bieten Schüler der Oberstufe seit Jahren Schülern ausländischer Herkunft, die die Adolph-Kolping-Hauptschule oder das Berufskolleg in Horrem besuchen, wöchentlich im Verhältnis 1:1, also als "Personal Trainer", ehrenamtlichen Sprach- oder Fachunterricht an. So lernen die Schüler natürlich auch die jeweils andere Kultur kennen.

Dabei fing alles mit einem Zufall an. Nach den Sommerferien 2014 trafen Astrid Friedrich, Integrationsbeauftragte der Europaschule, und die Journalistin Birgit Broich-Jansen auf drei Jugendliche, die aus Bagdad fliehen mussten. Im Rhein-Erft-Kreis angekommen, wollten sie so schnell wie möglich Deutsch lernen. Offizielle Sprach- und Integrationskurse gab es damals noch nicht. Da sowohl die Geflüchteten als auch unsere Oberstufenschüler gut Englisch sprechen, entstand die Idee, die drei Iraker in der Bibliothek durch Gleichaltrige zu unterrichten. Ganz spontan fanden sich zwölf Zehntklässler und Abiturienten, die bereit waren, sie in ihren Freiblöcken zu unterrichten. Die Hilfsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler war überwältigend. Aus einem ersten Versuch wurde ein nachhaltiges Projekt. Bis heute haben rund 400 Gymnasiasten in ihrer Freizeit andere Jugendliche, die ihre Heimat verlassen mussten und jetzt in Kerpen leben, unterrichtet.

Wie läuft der Unterricht ab? Schüler der Oberstufe stellen pro Woche durchschnittlich einen Freiblock von 90 Minuten zur Verfügung. Was für jeden Einzelnen ein zumutbarer Einsatz ist, hat große Wirkung. Denn jeder einzelne Sprachschüler kann so drei Mal pro Woche vier Unterrichtsstunden erhalten. 

Natürlich sollen die Sprachschüler möglichst gut Deutsch lernen. Doch steht der persönliche Kontakt zwischen den Jugendlichen im Vordergrund. Verständnis und Interesse für die jeweils andere Kultur sind am wichtigsten. Nicht nur die Sprachschüler profitieren, indem sie die Sprache lernen und Kontakte knüpfen. Auch die deutschen Schüler machen wertvolle Erfahrungen und lernen die Lebensbedingungen der anderen Jugendlichen kennen. Im persönlichen Gespräch erfahren sie, was es bedeutet vor einem Krieg fliehen zu müssen und in einem fremden Land neu zu starten.

Fotos

Aus der Pressemitteilung der Lions Clubs von Bergheim, Brühl, Euskirchen-Veybach, Euskirchen-Nordeifel, Kerpen, Voreifel