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Zoe, Anna-Lena, Leonie, Friedrich, Tim, Alexander, Lara, Raphael, Leoni und Lisa und Dana sowie Yannick und Florian werden ganz viel in der Schule zu berichten haben:
4 Wochen USA-Austausch sind um und im Gepäck ganz wunderbare Erinnerungen und extreme Vorfreude: In weniger als 50 Tagen begrüßen wir die Waco/Texas-Gruppe zum Gegenbesuch in good old Germany. Die Planungen laufen schon! Solange wir noch nicht über den deutschen Besuch berichten können, haben wir noch ein paar Fotos von unserer kleinen Abschiedstour nach San Antonio parat: Wir haben eine river cruise genossen und die Mission San José aus dem 18. Jahrhundert besucht. Ein wahrhaftig malerisch schöner Ort, der sehr prägend für die texanische Geschichte war...
 
Native American tribes mussten sich notgedrungen in die Missionen unter katholischer Führung (z.B. Franziskanermönche) aus Spanien begeben, weil die europäischen Krankheiten, die durch Siedler über den Ozean gebracht worden waren, alleine für die Ureinwohner unbesiegbar waren und sie sich auch in Territorialkonflikten mit anderen Native tribes befanden. Im Gegenzug für den Schutz hinter den dicken Mauern der Missionen in San Antonio musste man sich allerdings einem harten entbehrungsreichen Arbeits- und Gebetsleben unterordnen. Die erzwungene Christianisierung der native people im Gebiet von San Antonio hatte weitreichende Folgen. Auch heute in der Gegenwart finden in den Kirchen der Mission San José und Concepción am San Antonio River noch katholische Gottesdienste statt.
 
San Antonio ist sehr hispanisch geprägt, ein Besuch des Mexican Market durfte nicht fehlen. Auch konnten einige unserer AustauschschülerInnen sowie meine Wenigkeit unser Spanisch hervorragend auffrischen, besonders nach den drei Wochen American English in Waco - manche träumten schon auf Englisch! Das Institute of Texan Cultures wurde auch besichtigt: Die Tejano Gemeinde in der texanischen Gesellschaft ist groß und omnipräsent, zum Beispiel im typischen Tex Mex Essen. Tejanos sind Texaner mit hispanischen Wurzeln, deren Einwanderung aber Jahrhunderte zurückliegt. Der Begriff bezieht sich aber auch auf die texanischen Native Americans... Tex Mex Gerichte kombinieren europäische und texanisch-mexikanische Einflüsse, wie Burritos, Enchiladas, Guacamole, Nacho Chips mit Queso (Käse) - Dipp und und und .... In Mexiko wird meist mit Maismehl in Sachen Tortillaproduktion gearbeitet, in Texas gibt es meist Weizentortillas zum Rollen. Enchiladas mit refried beans und Mexican rice und Salsa wollten natürlich alle einmal probieren! Dazu spielte die Mariachi-Band für Friedrich, der an einem der San-Antonio-Tage mit uns seinen Geburtstag feierte!
 
Die katholische Kirche San Fernando ist die älteste in ganz Texas und wurde an einem Abend durch eine besondere Licht- und aufwendig projizierte Geschichtsshow über die Stadt und seine Geschichte perfekt leuchtend in Szene gesetzt. Bei täglich 25 - 28 Grad genossen wir das wunderbare Wetter jeden Tag. Eine gemeinsame Radtour auf dem Mission Trail im Naturgebiet am river durfte auch nicht fehlen. Ein bisschen exercise muss sein! 
 
So vergingen die Tage im schönen Hotel an einer besonderen Gedenkstätte von Texas, dem Alamo, sehr schnell. Hier mussten die tapferen Texaner einen harten Verlust und eine schlimme Niederlage im "Battle of the Alamo" von 1836 hinnehmen. Mexiko kämpfte im texanischen Unabhängigkeitskrieg erbittert gegen Davy Crockett und Co., die leider sehr in der Unterzahl waren, aber die ehemalige Alamo Mission tapfer bis zum Ende verteidigten und ausharrten. Sam Houston führte dann wenig später im April 1836 die texanische Revolution nach dieser bitteren Niederlage erfolgreich zuende: Er besiegte den mexikanischen General und Präsidenten López de Santa Ana im Gefecht des "Battle of San Jacinto". Insgesamt durchlebte die texanische Geschichte sechs verschiedene "Flaggen", unter denen die Texaner lebten, von der spanischen in kolonialer Zeit, über die französische, die mexikanische und die Flagge der Unabhängigkeit der Republik Texas sowie über die der Confederate States of America (1861-65) bis hin zur heutigen endgültigen Flagge über Texas: die der USA ab 1865. So haben wir in San Antonio viele Stätten texanischer Geschichte erleben können.
 
Ein ganz besonderer Ort, der auch viele Urlauber in die Stadt mit dem schönen river walk im südlicheren Teil von Texas lockt. Austin als texanische Hauptstadt mit dem rosa-roten Capitol hatte aktuelle texanische Politikeindrücke vermitteln können und Dallas und Fort Worth zeigten uns - mit der imposanten Bürogebäude-Skyline und dem Business District gegenüber der Cowtown Fort Worth mit seinen immer noch aktuellen Viehauktionen und dem Longhorn Cattle Drive in den Stockyards - texanisches Leben in all seiner Vielfalt... das sehr anschauliche Dallas John F. Kennedy Museum am Dealey Plaza hat uns Weltgeschichte näher gebracht. Am Ende unseres Aufenthaltes blühten dann endlich auch die Texan wildflowers, wie die Staatsblume "Bluebonnet"! So haben wir wirklich viel an texanischem Leben erlebt!
 
 
Howdy und bis bald, 
Frau Berg für den Waco - Austausch