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Seit 2008 findet die „Suchtwoche“ an unserer Schule für die Schüler/innen der Jahrgangsstufe 7 statt. In diesem Jahr 2018 jedoch zu einem besonderen Datum: Im Januar, mitten in der Session, kurz vor den jecken Karnevalstagen! Das bedeutete für etwa 250 Schülerinnen und Schüler unserer Schule, sich spielerisch und ernst mit dem Thema Sucht - Schwerpunkt Alkoholkonsum – noch vor den tollen Tagen auseinanderzusetzen.

Besonders war in diesem Jahr auch, dass die Organisatoren dieser Woche Annette Himpel und Markus Potes leider das letzte Mal engagiert mitmischten.

Aber zunächst zum Konzept: Das Konzept der Suchtprophylaxewoche besteht mittlerweile aus acht verschiedenen, aber sich ergänzenden Bausteinen:

1) Förderung der Klassengemeinschaft

In den Klassenleiterstunden wurden Übungen zur Klassengemeinschaft durchgeführt und die Verhaltensweisen der Schülerinnen und Schüler reflektiert. Diese Übungen erfolgten unter folgenden Zielsetzungen: Klassengemeinschaft, Stärkung des Selbstvertrauens, Verbesserung der Kommunikation und Umgang mit Gefühlen. Die Leitung übernahmen in der Regel die Klassenlehrerteams pro Klasse während der gesamten Woche.

2) Erfahrungsberichte von Mitarbeitern der Organisation „Pro Vita“

In einem Treffen mit ehemals Abhängigen der Organisation „Pro Vita“ konnten die Schülerinnen und Schüler erfahren, wie der Weg in eine Sucht und auch der Weg aus einer Sucht aussehen kann. Durch die Auseinandersetzung mit den Erfahrungsberichten der ehemals Abhängigen erfolgt ein direkter Kontakt mit diesem Thema, der an Glaubwürdigkeit wohl kaum zu überbieten ist, zumal die theoretische Ebene verlassen wird und das für die Schülerinnen und Schüler eher abstrakte Phänomen der Sucht ein Gesicht bekommt. Auch dieses Treffen erfolgte im Klassenverband.

3) Polizeibeamte des Kommissariats Verkehrsunfallprävention / Opferschutz

Die Polizeioberkommissare Frau Ziemek und Herr Linhart schilderten altersgerecht Situationen aus dem Verkehrsbereich im Zusammenhang mit Alkohol und nachrangig auch mit anderen Drogen. Hierbei wurden Verkehrsunfälle aus dem Leben 16-18 jähriger ebenso besprochen wie die Gefährlichkeit, ein Mitinsasse bei Trunkenheitsfahrt zu sein.

4) Suchtbrillenparcours

In Zusammenarbeit mit der Suchtberatungsstelle Hürth wurde ein Rauschbrillenparcours erstellt. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler mit Hilfe sogenannter Rauschbrillen (Brillen, die einen Alkoholrausch simulieren) die Erfahrung machen, wie sehr ihr Reaktionsvermögen unter Alkoholeinfluss eingeschränkt ist. Geleitet wurde der Parcours von unserem Kollegen Herrn Endres, der von Schülerinnen und Schülern der 9.4 sowie der Jahgangsstufen 10 und der Q2 unterstützt wurde.

5) Das Alkoholquiz

Beim Suchtquiz, das mehrere Studienreferendare durchführten, verbesserten die Schülerinnen und Schüler ihr theoretisches Wissen über den Alkoholmissbrauch. Gesichert wurde das Wissen durch ein interaktives Quiz der Drogenhilfe Köln.

6) Infos zur Onlinesucht

Auch wenn der Schwerpunkt der Suchtprophylaxewoche das Thema Alkohol beinhaltet, haben wir als einen wichtigen Baustein seit drei Jahren das Thema „Onlinesucht“ hinzugefügt. Unsere Schulsozialarbeiterin Frau Schäfer bespricht mit allen Klassen mögliche Gefahren des Internets von Spielsucht bis Cybermobbing.

7) Erste Hilfe Workshop

(Neu) Bereits zum zweiten Mal im Programm ist der „Erste-Hilfe-Workshop“. Seit letztem Jahr ist es Pflicht, dass alle Schülerinnen und Schüler im Laufe ihrer Schullaufbahn Kenntnisse der Erstversorgung von Verletzten erhalten sollen. Hier bietet sich die Suchtpräventionswoche an, da man im Workshop, ausgehend von Ersthilfe bei Menschen, die einen Alkoholrausch haben, weiter bis zu Maßnahmen am Unfallort vieles erfahren kann. Während eines Blockes informierten sich die Schülerinnen und Schüler bei den Kolleginnen Frau Hegner und Frau Heidtmann zum Thema Erste Hilfe.

8) Workshoptag „Hol dir den Kick woanders“

Am Freitag konnten die Schüler verschiedene Workshops wie z.B. Bogenschießen, Turmspringen, Klettern usw. wählen, sodass sie zum einen erfahren konnten, dass man „einen Kick“ auch durch Sport oder andere Hobbys erreichen kann und auch, dass das „NEIN-SAGEN-KÖNNEN“ (beispielsweise beim Sprung vom 10-Meter-Brett) eine innerliche Herausforderung bietet. Zum anderen lernten die Schülerinnen und Schüler innerhalb dieser Workshops verschiedene Formen der Freizeitgestaltung kennen.

Feedback

Lehrer/innen und Schüler/innen gaben uns in anschließenden Gesprächen ein positives Feedback. Die Fotos, die wir in der Woche gemacht haben, bestätigen diese positive Resonanz zu allen Bausteinen. Auffällig war die äußerst positive Einschätzung der Freitags-Workshops, wobei die Funktion dieser Workshops innerhalb der Suchtpräventionswoche klar von den Schüler/innen erkannt wurde. Ebenfalls wurde die Begegnung mit den externen Mitarbeitern von PRO VITA und der Polizei als besonders gewinnbringend betrachtet.         

Dank an die Organisatoren Annette Himpel und Markus Potes                                                                     

An dieser Stelle sei den beiden Organisatoren Annette Himpel und Markus Potes ganz herzlich für Ihre engagierte und kompetente Arbeit in den letzten Jahren gedankt. Sie haben es durch ihren hohen persönlichen Einsatz und ihr organisatorisches Talent geschafft, dass sich verschiedene Persönlichkeiten für das Thema Sucht bei Jugendlichen an unserer Schule weit über das erforderliche Maß engagieren. Lehrer/innen und Schüler/innen, ehemals Drogenabhängige und Polizisten haben gemeinsam an einem Strang gezogen mit einem klaren Ziel: Dass unsere Heranwachsenden Suchtverhalten und ihre Gründe bzw. Folgen erkennen und lernen, sich selbst Grenzen zu setzen. 

Fotos

Ruth Frevel-Koslowski